Die Plejaden #1   Einzelausstellung 2007

MONA JAS
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Für Die Plejaden #1 nahm Mona Jas ihre in den letzten Jahren entstandene Videoarbeit Ideale als einen Ausgangspunkt. Darin spürte sie der Fragestellung nach, ob es in der heutigen Zeit noch Ideale von Bedeutung für unser Leben gibt und was als Ideal bestehen kann.

Über 60 gefilmte Gespräche sind so entstanden, in denen sie Menschen ihres Umfeldes bat, etwas über ihre persönliche Sicht auf Ideale zu erzählen. Die Protagonisten sind dabei ganz unspektakulär aufgenommen, frontal und neutral ausgeleuchtet.

Über die Beschäftigung mit diesem Filmmaterial, mit dem Gesagten, mit den darin vermittelten Ideen, kam Jas in der Folge zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit Film als Medium und der durch die filmische Bearbeitung erzielten Bedeutungserweiterung. Daraus entstanden dann die Idee einer filmischen Weiterentwicklung, einer Kombination von medialisiertem und stilisiertem Bild und dokumentarischem Interview.

Mona Jas wählte Filmszenen aus, bzw Stimmungen aus Filmen, in denen die Autoren ihren Idealen eine Form geben: Gena Rowlands in den Filmen von Cassavetes, Tystnaden (Das Schweigen) von Ingmar Bergman, die Filme von Pasolini und Tarkowsky. Diesen wies sie dann vier exemplarische Interviews aus der Arbeit Ideale zu und die interviewten Personen wurden dann noch einmal im Stil dieses Films geschminkt, professionell ausgeleuchtet und aufgenommen, während sie sich ihr eigenes Interview zum ersten Mal ansahen.

Der Überhöhung durch die filmische Technik steht so die Passivität des Zusehens und -hörens gegenüber, dem durchgestylten Film die spontane Konfrontation mit der eigenen Wirkung und dem vor Monaten Gesagten. Auf diese Weise entstand ein ganz eigenwilliger Kommentar zu Überhöhung und Idealisierung in einer medialisierten Zeit.

In der Ausstellung laufen Film- und Tonspur wechselweise, so dass es auch hier bei der medialen Zweiteilung in Bild und Ton bleibt. In einer aufwändigen Installation werden jeweils einige Minuten der Filme auf einem Monitor und über eine Projektion gezeigt, dann geht das Licht im Raum wieder an und für einige Sekunden ist ein Ausschnitt aus der Tonspur zu hören. Dazu wird noch eine Bilddokumentation der vorbereitenden Arbeit gezeigt. Axel Lapp

1 Rechner, 2 Filme. 1 Datenbeamer, 1 Projektion, Größe 200 x 150 cm. Wandarbeit 480 x 330 cm, 161 teilig. 1 TFT Bildschirm 15’’ gerahmt (Ahorn) 50 x 57 x 8,5 cm mit Passepartout, entspiegelte Glascheibe.

Einzellausstellung Axel Lapp Projects, Berlin.

Mit Stefan Dörner, Henriette Kolb, Ali Mekaoui.

Kamera/Licht Jutta von Stieglitz-Yousufy. Maske Stephan Maikowski

zur deutschen Fassung

As a starting point for The Plejades #1, Mona Jas used her video piece Ideale. There she investigated whether we still depend on ideals in our time, and what those ideals could be. In over 50 filmed conversations, she asked people to talk about their views on ideals. The protagonists were filmed in a very documentary way, head-on and neutrally lit.

Through her dealings with this material, with what was said and the concepts therein, Jas began to look in more detail at film as a medium and the exaggeration of meaning in the cinematic treatment. From this, she developed the idea to continue this project with cinematic means, in a combination of medialised and representative image and documentary interview.

She selected film scenes and moods from films, in which the authors gave a form to their ideals: Gena Rowlands in the films of Cassavetes, Tystnaden (The Silence) by Ingmar Bergman, the films of Pasolini and Tarkowsky. To these Jas assigned four exemplary interviews from Ideale and then filmed the interviewees again in the style of this film, while they saw and heard their initial interview for the first time.

Thus, the passivity of watching and hearing is positioned against the heightened expression of cinematic technique, the stylised film against the spontaneous confrontation with the own image and what one said months earlier. With her piece, Mona Jas created a unique commentary on idealisation in our medialised period. In the exhibition, film and sound are played alternately, so that the duality of image and sound continues.

The complex installation presents some minutes of the films on a monitor and via a projection, then the lights in the gallery turn on and for a few seconds an extract of the sound can be heard. In addition to this, there will be a documentation of the preparatory work on show. Axel Lapp

1 Computer, 2 Films. 1 Databeamer, 1 projection, area 200 x 150 cm. Wallwork 480 x 330 cm, 161 pieces. 1 TFT flatscreen 15ÕÕ framed (Ahorn) 50 x 57 x 8,5 cm with passepartout, unreflecting glass. Single exhibition Axel Lapp Projects, Berlin. With Stefan Dšrner, Henriette Kolb, Ali Mekaoui. Kamera/Licht Jutta von Stieglitz-Yousufy. Maske Stephan Maikowski