O.T. (KALABALIK)   Duale Filminstallation 2009

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O.T. (KALABALIK) besteht aus zwei Filmen, die neben einander präsentiert werden. Der eine Film (30 min) zeigt eine Montage aus Hi8-Filmen und abgefilmten Foto-Kontakten.

Die Bildquellen dokumentieren das Leben der Stadt Istanbul in einem Zeitraum von zehn Jahren (1999-2009) aus meinem Blick in beiläufigen und zufälligen Alltagsszenen.

Der zweite Film (45 min) zeigt Interviews von und mit Frauen in Kreuzberg, die Istanbul aus unterschiedlichen Kontexten kennen. In den Gesprächen beschreiben sie die Entwicklung der Stadt zu verschiedenen Zeitpunkten und reflektieren ihre Wahrnehmung Istanbuls, die sich mit dem Wechsel ihres eigenen Blickpunktes, veranlasst auch durch Aufenthalte in Deutschland, veränderte.

Drei Gespräche wurden von Gülten Erol, eines von Afife Çetintas auf Türkisch geführt. Diese Aufnahmen entstanden in den Räumen des Vereins Akarsu e.V. Kreuzberg, in der dort von Barbara Stellbrink-Kesy geleiteten Malgruppe.

Afife Çetintas, seit 30 Jahren in Istanbul lebend, bezieht sich auf die Probleme der Metropole, wie Umweltzerstörung und Wachstum. Fatma Demirel kommt aus Elazig, einer Provinz im Osten der Türkei, sie lernte Istanbul als letzte Station vor ihrer Abreise nach Deutschland kennen.

Gülten Erol kennt Istanbul von verschiedenen kurzen Ferienbesuchen seit 1998. Tülay Karatas begegnete Istanbul durch die dort lebende Familie ihres Mannes. Inzwischen in Deutschland lebend, besucht sie die Stadt regelmäßig im Urlaub.

Das vierte Gespräch über Istanbul mit Zeynep Arslan führte ich in Deutsch in der Aziz Nesin-Grundschule, der Deutsch-Türkischen Europaschule. Zeynep Arslan ist hier Lehrerin und erteilt SchülerInnen und zusätzlich auch einer Gruppe Erwachsener, zu der ich seit Juni 2009 gehöre, Türkisch Unterricht. Zeynep Arslan kennt Istanbul seit 1984, sie studierte und arbeitete dort. Seit ihrem Umzug nach Deutschland vor zehn Jahren verbringt sie ihre Ferien in Istanbul.

Das türkische Wort „KALABALIK“ bedeutet soviel wie Gedränge, Menschenmenge oder auch Schwarm. In diesem Wort steckt der Fisch („BALIK“) - gleichzeitig beinhaltet das Wort aber eben auch das „zuviel“, „zu eng“. Es ist ein Wort, das in den türkischen Interviews öfters benutzt wurde, um Istanbul zu beschreiben.

Dank an
AKARSU E.V. KREUZBERG
AZIZ NESIN GRUNDSCHULE KREUZBERG
BARBARA STELLBRINK-KESY

Übersetzungen
TUNCAY KULAOGLU

Produktion mit Unterstützung von
KULTURPROJEKTE BERLIN GMBH
KUNSTRAUM KREUZBERG/BETHANIEN
BERLIN 2009

anlässlich der Ausstellung
Berlin-Istanbul: Die Berliner Istanbul Stipendiaten 1998-2009